Frau Morgenstern


Mittwoch

9

Dezember 2020

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Cosy wear

Geschrieben von , Gepostet in Anywhere, Slow Fashion

 

Meine Garderobe habe ich noch vor Kurzem in zwei Kategorien unterteilt: all die schönen Sachen, die ich gerne draußen trage und die Couch-Potatoe-Klamotten, die ich nur zuhause anziehe. Die zweite Kategorie war prall gefüllt mit alten Sachen, die ich nicht so gerne mag, aber natürlich ganz oft getragen habe. Die schönen Kleider, die ich mir für die Welt da draußen aufbewahrt habe, wurden demnach viel seltener getragen. Macht Ihr das auch so?

Diese Differenzierung halte ich nicht mehr aufrecht. Und dafür bedanke ich mich bei Tineola bisselliella aka Kleidermotte. Ich versuche es zu erklären: Wenn die letzten Herbstblätter von den Bäumen fallen, beginnt für mich die Kaschmir-Zeit. Ich liebe es, wie sich diese Wolle auf der nackten Haut anfühlt: super zart, warm und weich. Meine geliebten Kaschmir-Stücke habe ich immer super gepflegt, per Hand gewaschen, in Seidenpapier aufbewahrt und nur zu besonderen Anlässen getragen. Bis eben ein Übeltäter 90% meiner Kaschmir-Schätze vernichtet hat. Die Kleidermotten (um genau zu sein, sind es nicht ausgewachsene Motten, sondern deren Larven) hatten sich ein feines Kaschmir-Festmahl gegönnt. Um zu voller Größe auszuwachsen, benötigen die Larven das Protein Keratin und befallen aus diesem Grund Textilien, welche komplett aus Tierhaaren bestehen. 

Natürlich war zuerst ein Motten-Kampf angesagt: ich habe einiges ausprobiert und das Einzige was mir geholfen hat, waren die Schlupfwespen. Dies sind winzig kleine Insekten, die es auf Motten-Eier abgesehen haben. Schlupfwespen legen ihre Eier in die der Motten ab, da ihre Nachkommenschaft die Motteneier als Nahrungsquelle benötigt. Haben die Schlupfwespen alle Motteneier in der Wohnung verputzt, endet auch ihr Lebenszyklus. Diese umweltschonende Methode hat mir mal eine meiner Leserinnen hier auf dem Blog empfohlen. Lieben Dank dafür!!!

Die Motten waren weg, die weichen Kaschmirpullis habe ich neu eingekauft und meine Kleiderunterteilung habe ich in Frage gestellt. Von den angefressenen Kaschmirpullis habe ich kaum Freude gehabt, weil ich sie nämlich sehr selten angezogen habe. Jetzt ist es anders: den schönen weichen Strick ziehe ich sowohl draußen als auch zu Hause an und genieße es, wann auch immer mir danach ist. Das Couch-Potatoe-Outfit kann man auch so gestalten, dass es auch draußen perfekt funktioniert.

Findet ihr nicht auch?

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