Frau Morgenstern


Dienstag

23

Juni 2020

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Trend: Geschlechtsneutrale Mode

Geschrieben von , Gepostet in Anywhere, Slow Fashion

 

 

 

Die Abkehr von geschlechtsspezifischer Kleidung ist für mich persönlich einer der größten Trends in der Mode. Unsere Gesellschaft wird immer bunter, offener, toleranter. Das führt dazu, dass auch beim eingestaubten Geschlechterkonzept in der Mode ein Umdenken stattfindet. Der Duden beschreibt „Unisex“ wie folgt: „Optische Annäherung der Geschlechter durch Auflösung typisch weiblicher oder männlicher Attribute in der Mode“. 

Vorreiter dieses Trends waren natürlich Coco Chanel mit ihrer funktionellen Damenkleidung und Yves Saint-Laurent mit seinem „Le Smoking“ für Frauen. Den gegenwärtigen Zeitgeist traf Rad Hourani in 2013 in seiner Unisex-Haute-Couture-Show. Vor ein paar Jahren brachte der Kreativdirektor von Gucci – Alessandro Michele – diesen Gedanken in der Modewelt zum Rollen: androgyne Models (männlich und weiblich) trugen gleichermaßen Spitzenblusen, Anzüge mit Blumenmuster und bunte Handtaschen. Bei seiner ersten Celine Menswear Show verkündete Hedi Slimane, dass die gesamte Kollektion Unisex sei und daher auch für Frauen absolut geeignet wäre. In einem finnischen Kaufhaus zum Beispiel gibt es eine ganze Etage mit geschlechtsneutraler Mode. Die Abteilung heißt „One way“. Dort findet man Marken, die typisch für die Unisex-Mode sind: Acne Studios, Burberry, Kenzo und Calvin Klein.

Auch ich bin der Meinung, dass unabhängig vom Geschlecht alle Menschen die gleichen Chancen, Möglichkeiten und Akzeptanz haben sollen, das zu tragen, was sie persönlich tragen möchten. Das Unisex-Konzept ist zwar nicht neu, die Mainstream-Mode ist allerdings immer noch sehr stark auf Geschlechterunterschiede ausgerichtet. Ich persönlich liebe den geschlechtsneutralen Designansatz. Und habe für mich einen Weg gefunden, genderneutral und gleichzeitig nachhaltig zu shoppen: meistens ist es pre-owned Männer-Kleidung (gerne vintage Anzüge namhafter französischer Designer), die ich auf Flohmärkten und in Secondhand-Läden finde. Oft leihe ich mir Kleidung meines Mannes und meiner Söhne aus. Den Herren-Sakko von Givenchy habe ich auf Vestiaire Collective gefunden (ein Superort, um vintage Designerstücke zu shoppen). Die Jogginghose ist von meinem älteren Sohn. Die Converse Chucks sind ja schon immer geschlechtsneutral gewesen. Die Sunnies von Ray Ban ebenso.  Auch Männer-Uhren sehen an Frauen richtig schön aus. Mein Tipp: zum Beispiel eine elegante Grand Seiko Uhr kaufen, diese zu einem besonderen Anlass dem Partner schenken und anschließend ab und an selber tragen.  So hat jeder was davon! 

 

Allerdings finde ich, dass wir Frauen viel aufgeschlossener in diesen Stilentscheidungen sind als Männer. Was meint Ihr, wird Unisex-Mode eines Tages zum Standart?

 

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