Frau Morgenstern


Mittwoch

18

Januar 2017

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Vintage Velvet

Geschrieben von , Gepostet in Anywhere, Slow Fashion

Bereits vergangenen Winter feierte der Stoff, der wie kein anderer entweder gehasst oder geliebt wird, sein modisches Comeback – und er bleibt uns immer noch erhalten.

Samt! Mögt Ihr Samt? Ich schon. Allerdings erst seit Kurzem. Ich habe das Gefühl gehabt, dieser edle Stoff sei für die Mittelalter-Freaks und die Goths reserviert. Aber ich mag seine Haptik und das gewisse Retro-Gefühl, das er verleiht. Also habe ich mich an einen Vintage-Anzug aus Samt herangepirscht.

Dieser Stoff hat eine sehr lange Geschichte: bereits im Mittelalter wurde Samt hergestellt. Damals schmückte er die Möbel und Prunkgewänder der Besserverdienenden. Heutzutage kann sich das jeder leisten. Allerdings macht sich ein gravierender Qualitäts-Unterschied bei den Samt-Kleidungsstücken aus unterschiedlichen Preiskategorien sehr bemerkbar. Die sehr günstigen Teile, die meistens aus synthetischen Fasern hergestellt werden, sehen weniger schön aus, fallen leichter und wirken nicht wirklich edel.

Wusstet Ihr, dass der Begriff Samt sich gar nicht auf den Stoff, sondern auf die Webart bezieht? Samt zu weben ist aufwändig: zwei Gewebeschichten bilden das Grundgerüst. Dazwischen verwebt man einen zweiten Faden zu Schlaufen. Diese werden am Ende des Prozesses in der Mitte durchtrennt. So entsteht dann dieser weiche und robuste Stoff.

Das blöde an Samt ist, dass er wie ein Magnet jeden einzelnen Fusel in seiner Umgebung anzieht. An dem Tag, an dem wir diese Bilder gemacht haben, hatte ich meine Lammfelljacke drüber angehabt…das Resultat war sehr ernüchternd. Unzählige Mini-Härchen klebten an meinem Anzug und ich trage natürlich keine Kleiderbürste in meiner Tasche…also seid bitte so lieb und tut so, als ob Ihr mein „petit mahleur“ gar nicht bemerkt habt. Ok?

Was haltet Ihr eigentlich von diesem Trend? Mögt Ihr überhaupt Samt?

Bilder Nailia Schwarz

3 Kommentare

  1. saim
  2. ilijacfashion

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