Frau Morgenstern


Mittwoch

15

April 2015

4

KOMMENTARE

Geisterstrand

Geschrieben von , Gepostet in Reisen

Bei einem Strandspaziergang in unseren langersehnten Urlaub entdeckten meine Freundin Nailia und ich diese verlassene und vergessene Welt. Nur ein paar Hundert Meter von einem 5 Sterne Luxushotel stand plötzlich diese einsame Mauer, die von verrosteten Sonnenschirmkorsagen und Resten der Holzliegen umrandet war. Der Müll, der an dieses Strandstück angespült wurde, machte das Bild der Apokalypse vollkommen. Über solch eine außergewöhnliche Fotokulisse haben wir uns gefreut, über den verwahrlosten Zustand der Natur haben wir uns unglaublich geärgert.

Wo kommt nur diese Ignoranz und Gleichgültigkeit her? Warum entsorgt man leere Plastikflaschen im Meer? Wieso spuckt man das fertiggekaute Kaugummi auf den Boden? Warum schreibt man das Ganze in einem Blog auf, anstatt anzufangen, etwas dagegen zu unternehmen? Sind wir zu bequem? Ja, das sind wir. Nailia und ich machte ein paar Bilder, schimpften über diesen verwahrlosten Zustand und kehrten zurück in unser hygienisch einwandfreies Hotel. Kennt Ihr dieses Indianer-Sprichwort: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werden die Menschen feststellen, dass man Geld nicht essen kann“?

Es ist auch unglaublich schwierig, auf lieb gewonnene Bequemlichkeiten des Alltags zu verzichten, um der Natur etwas entgegenzukommen. Obwohl ich weiß, dass das Fliegen mit einem Flugzeug den höchsten Energieverbrauch und somit auch den höchsten Schadstoffausstoß hat, bin ich nicht bereit, darauf zu verzichten. Weil ich aber trotzdem vom schlechten Gewissen verfolgt werde, versuche ich ganz bewusst umweltschützende Kleinigkeiten in mein Leben zu integrieren, ohne tatsächlich auf etwas verzichten zu müssen. Fahrrad zu fahren ist schon ein guter Anfang!

Geht Euch auch so etwas durch den Kopf?

GS8GS3A1GS5GS1GS2aegyp-61

4 Kommentare


Nach oben