Frau Morgenstern


Montag

21

Mai 2018

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Der Geschmack meiner Kindheit

Geschrieben von , Gepostet in mmh...

Jeder kennt diese bestimmten Gerüche und Geschmäcker, die einen in die Vergangenheit versetzen können. Meine sowjetische Kindheit in der Ukraine schmeckte zum Beispiel ganz oft recht salzig. Das Einwecken von Gurken und Tomaten (wie auch das Schlangestehen) war damals elementarer Lebensbestandteil jedes einzelnen Bürgers. Der Verzehr dieser eingelegten Sachen war ein wahrer Genuss. Die Kombination aus dem fluffigen Kartoffelpüree von meinem Papa, duftenden Frikadellen meiner Mama und den selbst eingelegten, salzigen, leicht scharfen Tomaten würde ich auch jetzt jedem Menü eines Sterne-Restaurants vorziehen. Die Tomatenschale wurde vor dem Einwecken nicht abgezogen und der anschließende Genuss dieser salzigen Tomaten erinnert mich irgendwie an das Weißwurst-Zuzeln. Man beißt in das Fruchtfleisch rein und saugt das Innere der Tomate raus…herrlich!

Letztens bin ich so nostalgisch geworden, dass ich mich getraut habe, das Einwecken selbst auszuprobieren. Allerdings anstatt der üblichen riesigen Einmachgläser habe ich mich für die kleinere Variante und die mini Rispentomaten entschieden. Für ein 1-Liter-Gefäß braucht man: 15-20 frische, feste, reife mini Tomaten, 1 Chili-Schote, 1-2 Knoblauchzehen, 2-3 Lorbeerblätter, Schwarze Pfefferkörner, ein paar Dill- und Korianderstängel, Salz. Zuerst werden die Gewürze und die  Kräuter auf den Boden des Glases gelegt. Darauf werden dann die Tomaten vorsichtig und dicht nebeneinander gelegt. Nun gießt man aufgekochtes Salzwasser (15g Salz auf 1 Liter Wasser) drauf. Das Einweckglas wird dann bei einer Wassertemperatur von 80° C für etwa 45 Minuten pasteurisiert (das bedeutet, dass alle Mikroorganismen im Fruchtfleisch abgetötet werden, was die Haltbarkeit steigern soll). Das macht die Tomaten mindestens ein Jahr haltbar. Nach 45 Minuten stellt man den Topf zur Seite und lässt die Gläser abkühlen. Erst danach sollten die Deckel angefasst werden. Meine Gläser wandern jetzt in den Keller und ich werde Euch bald wissen lassen, wie (hoffentlich) gut meine Salztomaten schmecken.

Hat vielleicht jemand von Euch das schon mal probiert?

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