Frau Morgenstern


Mittwoch

27

August 2014

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UKRAINE

Geschrieben von , Gepostet in Global

Vor nicht so langer Zeit reiste ich mit meiner Familie in die Ukraine – mein Geburtsland. Es war ein schöner, warmer Sommer voller positiver Emotionen. Plötzlich war die längst vergessene Vertrautheit der Kindheit wieder da, ich spürte die Verwurzelung. Ich hatte sehr viel Freude daran, die Stadt meinem Mann und unseren Söhnen zu zeigen und selbst für mich sie neu zu entdecken. Gemeinsam genossen wir den Trubel der Stadt – eine Stadt, die nach vielen grauen Jahren wieder bebte! Die Jugend rannte voller Hoffnung der Zukunft entgegen! Diese Stimmung, die man überall empfangen konnte, bedeutete Lust auf das neue Leben, auf die Veränderungen, auf den Fortschritt!
Wie ein Touri fotografierte ich meine Stadt, die ich plötzlich mit ganz anderen Augen gesehen habe. Ich freute mich für diese neue Generation, die frei und optimistisch zu sein schien.
Da war es – dieses Fenster mit einer Kohlezeichnung – das so gar nicht in das von mir konstruierte Bild des Landes passte: die Zeichnung stellte ein trauriges Kind dar, und beinhaltete eine Aufschrift auf Ukrainisch: „mit Gedanken über die Zukunft“. Ich fand das Bild so unpassend, es ist doch alles so toll, voller Aufschwung. Die Gedanken der Kinder sollen doch voller Freude sein! Wie schon gesagt, es war vor nicht so langer Zeit…
Und was noch letzten Sommer so weit weg und unvorstellbar wie in Deutschland schien, ist jetzt traurige Realität. Ein Krieg herrscht in meinem Geburtsland. Und diese Zeichnung ist mittlerweile leider mehr als passend.
Ich wünsche uns allen FRIEDEN!


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