Frau Morgenstern


Mittwoch

17

Februar 2016

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Die besten Tipps gegen Pilling

Geschrieben von , Gepostet in DIY, Global

Ärgert Ihr Euch auch, wenn Eure Pullis nach ein paar Mal Tragen schon aussehen, als wären sie uralt? Diese unansehnliche Verfilzung hat mir persönlich schon öfter die Laune verdorben. Wegen dieser blöden Knötchen an meinen Lieblingspullis und Mützen musste ich schon oftmals meine Outfitidee in der letzten Sekunde überdenken.

Als ich noch mittendrin im Fashionzirkus gearbeitet habe und die Produktentwicklung und Produktion live miterleben durfte, habe ich ein einiges über Wolle gelernt. Zum Beispiel wie es dazu kommt, das ein Wollpulli 50,00 € kostet und ein anderer dagegen 150,00 €. Der Preisunterschied hängt unter anderem von der Länge der Wollfaser ab. Ja, das ist eine Tatsache! Je kürzer die Faser, desto günstiger ist das Garn im Einkaufspreis, desto günstiger ist letztendlich natürlich auch der Pulli. Wenn sich diese kürzeren und leichteren Fasern des versponnenen Garnes mangels ausreichender Verankerung aus dem Gewebe lösen und sich durch die Oberflächenreibung verknoten, entsteht Pilling. Besonders anfällig sind locker gedrehte Wolle und grob gestrickte Stücke. Man kann also nicht wirklich verhindern, dass diese Pillingknöllchen entstehen, man kann sie aber zum Glück entfernen. Hierzu habe ich ganz viele Tricks auf Lager.

Wenn die Flusen und Knoten noch in der Entstehungsphase sind, könnte man das Problem auch per Hand erledigen: einfach geduldig abzupfen. Allerdings lockern sich auf diese Weise neue Fasern, was zur Entstehung neuer Knötchen führt. Daher sollte man die Pillingknötchen lieber abschneiden.

Meine Lieblingsmethode steht natürlich unter dem Motto: wenig Aufwand, großartiges Ergebnis. Ich verwende gerne einen elektrischen Wollrasierer, der schnell und schonend alle möglichen Flusen, Fusseln und Knötchen entfernt. Vorausgesetzt es handelt sich um einen glatten Pulli, die flauschigen Teile wären nach dieser Beautyanwendung nämlich kahlrasiert. Ich habe schon ein paar Wollrasierer-Modelle ausprobiert und festgestellt, dass bei sehr günstigen Teilen das Scherblatt recht schnell abstumpft. Daher würde ich einen Rasierer empfehlen (wie zum Beispiel auf dieser Seite), der im Preis etwas höher liegt, dennoch im Stande ist, viele Pullis zu retten.
Man könnte auch einfach einen Einwegrasierer nehmen, blöd ist nur, wenn man zu schnell ist oder der Stoff nicht optimal gespannt ist, riskiert man ein Loch im Pullover. Diese Methode eignet sich also nur für sehr geschickte Händchen und ein sehr ausgeglichenes Nervensystem.

Auch sehr gut, allerdings zeitraubend und nervig (Ihr merkt schon, ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch) ist das vorsichtige Abschneiden mit einer feinen Schere. Auch diese Methode eignet sich ausschließlich für die in sich ruhenden Yoga-Praktizierer am Besten.

Gehört (nicht selbst ausprobiert) habe ich von der Bimsstein-Methode. Man fährt vorsichtig mit einem Bimsstein über die Knötchen auf der Wolle und sie bleiben daran hängen.
Bei leichten Fusseln hilft auch das Klebeband. Diese Methode erinnert mich irgendwie an eine Haarentfernung mit Wachsstreifen. Ein großes Stück Klebeband auf den Pulli halten und direkt abziehen. Auf diese Weise können schnell große Flächen bearbeitet werden.

All diese Methoden sind natürlich mit Substanzverlust verbunden. Also nicht übertreiben und sie wirklich nur im Notfall anwenden.

Einen Tipp habe ich noch: Um Verfilzung vorzubeugen, wasche ich meine Wollsachen per Hand auf links mit silikonhaltigen Shampoos. Das bewirkt, dass die Fasern verkleben und nicht direkt fusseln. Solche Shampoos würde ich für meine Haare natürlich nie verwenden.

Zum Glück brauchen wir bald keine Mützen und Pullis mehr. Sehnsüchtig fiebere ich dem Frühling entgegen!
Kennt Ihr meine Tipps schon? Wie behandelt Ihr dieses verfusselte Phänomen?


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